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Christian Loidl

Gesammelte Gedichte

Hrsg. von Eva Lavric

680 Seiten
13,7 x 20,5. Hardcover
29,90 €
ISBN 978-3-902665-33-1

 

 

 

 

 

 

Diese Sammlung umfasst das lyrische Gesamtwerk von Christian Loidl: alles, was zu seinen Lebzeiten publiziert wurde, und dazu mehrere hundert Seiten an Gedichten aus dem Nachlass.

Hier spricht einer, der sich dem Zauber des Augenblicks öffnet und vorgefertigte Konzepte zum Platzen bringt. Zum Platzen bringt, und nicht aufbricht: denn alles ist Leichtigkeit und feine, liebevolle Ironie. Einer, der "den alten Meistern ihr Gold gestohlen" und etwas Eigenes, Unehrerbietiges daraus gemacht hat. Der Dichter verfremdet Klassiker durch Streichungen, streut gezielt Unsinniges und Provokantes ein und ist dazwischen doch immer wieder der, dessen Natur- und Liebes­gedichte so fein gesponnen sind, dass sie es ohne weiteres mit den alten Chinesen aufnehmen können. Der in die Tiefen des Mythischen und Märchenhaften taucht, aber nicht fabulierend, sondern aus eigener Erfahrung. Und dazu, von Anfang an, ein Meister der kurzen Form, des Haiku, des Kurzgedichts, das von tiefgründig bis witzig, von fein beobachtet bis rasch karikiert die ganze Welt in einen einzigen Pinselstrich bannt.

Die Themen, die Christian Loidls Leben und Werk begleiten, sind Natur und Mensch, Tages- und Jahres­zeiten, Stimmungen im Außen und Innen; Klang und Stille, Sehen, Hören und Riechen, Licht, Luft, Wind und Wolken; Garten und Wiese, Bäume und Wald, Wasser, Schnee und Eis; Landschaft und Eisenbahnfahrt, Kindheit, Vertrautheit, Haus und Haut; Liebe, Erotik und Berührung; Schlaf und Traum, Sichtbarkeit und Verschwinden, Weltall, Nacht und Mond; Vögel und das Fliegen; Insekten als Inbegriff alltäglicher Seltsamkeit.

In diesem repräsentativen Band sind alle Facetten von Christian Loidls lyrischem Schaffen vertreten, von den stillen klaren Gedichten über den wilden Wort-Jazz bis hin zur konkreten Poesie und den politischen Satiren – wie  Christian Loidl eben war: immer das Unerhörte suchend, meist mit Humor – einem feinen, existenziellen –, manchmal grob provozierend, verbale Idioten-Masken aufsetzend, den tägli­chen Sprach-Müll in Gold verwandelnd, ein Sprach-Zauberer und subtiler Scharlatan.

Eva Lavric